Endoskopie
Die Endoskopie ist ein schonendes Verfahren, bei dem mit einer kleinen Kamera das Innere von Organen wie Magen oder Darm betrachtet werden, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen und in vielen Fällen gleichzeitig zu behandeln, ohne eine Operation durchführen zu müssen.
Bei einer Endoskopie untersuchen wir mit moderner, schonender Technik Ihren Magen (Gastroskopie) oder Darm (Koloskopie). Dazu führen wir einen flexiblen Schlauch mit einer kleinen Kamera ein, um die Schleimhaut von innen genau zu betrachten. Falls nötig, können wir während der Untersuchung Gewebeproben entnehmen oder Polypen direkt entfernen.
Die Untersuchung ist schmerzfrei, da Sie auf Wunsch ein kurzwirksames Schlafmittel (Sedierung) erhalten und entspannt schlafen. Nach etwa 10–20 Minuten ist die Untersuchung beendet, Sie wachen im Aufwachraum wieder auf und können die Praxis nach einem ärztlichen Abschlussgespräch verlassen. Bitte lassen Sie sich nach einer Sedierung abholen oder nehmen Sie ein Taxi, da Sie am Untersuchungstag kein Auto fahren oder gefährliche Tätigkeiten ausüben dürfen. Auf Wunsch stellen wir Ihnen eine Krankmeldung aus. Das Ergebnis von entnommenen Gewebeproben liegt meist nach ein bis zwei Wochen vor und wird an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt weitergeleitet, wo Sie den Befund besprechen können.
Wichtige Hinweise:
- Planen Sie am Tag der Untersuchung keine weiteren Termine ein.
- Nach einer Darmspiegelung mit Polypenentfernung sollten Sie sich drei Tage körperlich schonen (keinen Sport treiben, nicht schwer heben).
- Organisieren Sie, insbesondere nach einer Sedierung, dass Sie sich abholen lassen oder mit dem Taxis nach Hause fahren. Sie dürfen nicht mehr selber Auto- oder Fahrrad fahren.
Eine sorgfältige Darmvorbereitung ist für eine erfolgreiche Darmspiegelung besonders wichtig – bitte halten Sie sich genau an unsere Anweisungen.
Magendarmspiegelung
Durch Einführen eines hoch biegsamen Endoskopes („Magenschlauch“), der nicht dicker als der Zeigefinger ist (Kindergeräte sind noch viel dünner) kann der gesamte obere Magen – Darm – Trakt (die Mundhöhle, Speiseröhre, der Magen u. der obere Teil des Dünndarms) durch direkte Aufsicht betrachtet werden. Die Biegsamkeit des Gerätes erlaubt es, den oberen Magen – Darm – Trakt überall zu inspizieren. Aus all diesen Bereichen können Gewebeproben entnommen werden, die auch ohne Schlafbetäubung schmerzlos sind, da die Schleimhaut selbst nicht schmerzhaft versorgt ist. Falls Gewebeveränderungen wie Polypen entdeckt werden, können diese endoskopisch abgetragen werden. Blutungen können durch unterschiedliche Blutstillmöglichkeiten gestoppt werden, dadurch sind Magenoperationen aus diesen Gründen heute selten geworden. Bei jeder diagnostischen Magenspiegelung werden mindestens aus dem unteren Anteil des Magens (dem Antrum) u. dem oberen (dem Corpus) Proben zur feingeweblichen Untersuchung (Histologie) entnommen u. u.a. auch auf den Befall von Helicobacter untersucht (dieser kann zu Magengeschwürsbildung führen u. selten auch Tumore auslösen).
VORBEREITUNG
- Für eine Magenspiegelung müssen Sie bitte nüchtern zur Untersuchung kommen. Nehmen Sie die letzte Mahlzeit bitte maximal 19:00 Uhr am Vortag ein. Bis 2 Stunden vor der Untersuchung können Sie gerne Wasser trinken.
- Sollten Sie eine „Schlafbetäubung“ wählen, dürfen Sie unmittelbar nach der Untersuchung wieder essen und trinken.
- Im Falle einer „Rachenbetäubung“ müssen Sie noch 1 1/2 Stunden nüchtern bleiben.
Darmspiegelung
Durch Einführen eines längeren (meist etwas über 1m lange Endoskopes, selten längere für besondere Fragestellungen) hoch biegsamen Endoskopes, der etwas so dick wie der Daumen ist (Kindergeräte sind wesentlich dünner) kann der gesamte Dickdarm u. der letzte Teil des Dünndarms durch direkte Aufsicht betrachtet werden. Die Biegsamkeit des Gerätes erlaubt es, jeden Teil dieses Bereiches zu inspizieren. Aus all diesen Bereichen können Gewebeproben entnommen werden, die auch ohne Schlafbetäubung schmerzlos sind, da die Schleimhaut selbst nicht schmerzhaft versorgt ist. Falls Gewebeveränderungen wie Polypen entdeckt werden, können diese endoskopisch abgetragen werden. Selbst größere (viele cm ausgedehnte) Polypen können mit speziellen endoskopischen Techniken sicher abgetragen werden. Sollte es dennoch zu Blutungen dabei kommen, können diese durch unterschiedliche Blutstillmöglichkeiten gestoppt werden, wodurch Operationen aus diesen Gründen heute selten geworden.
VORBEREITUNG
Die Vorbereitung für die Darmspiegelung erfordert eine vollständige Darmentleerung. Hiermit müssen Sie am Tag vor der Untersuchung starten. Im Rahmen eines ausführliche Informationsgespräches erfahren Sie von unseren erfahrenen Endoskopiekräfte, was zu tun ist.
BEACHTEN SIE DIESE 10 PUNKTE
- Wenn Sie an einer chronischen Verstopfung leiden, sollten Sie sich schon ein paar Tage vor der Untersuchung möglichst mit Suppen, also flüssig ernähren.
- Meiden Sie bitte Körner (auch in Marmelade), Kerne (Obst), Nüsse (zum Beispiel in Müsli oder Vollkornbrot/Brötchen) wie auch Tomaten bereits eine Woche vor der Untersuchung.
- Die Abführlösung, die Sie von uns erhalten, macht den Stuhl weich bis flüssig. Erst durch eine zusätzliche Flüssigkeitszufuhr spülen Sie den Stuhl aus dem Darm. Trinken Sie möglichst viel klare Flüssigkeit. Inspizieren Sie Ihren Stuhlgang: Das, was Sie schließlich absetzen, muss klar, völlig durchsichtig und ohne feste oder weiche Stuhlbestandteile sein.
- Über Nacht kann aus dem Dünndarm Stuhl in den Dickdarm nach rutschen. Trinken Sie daher Untersuchung morgen unbedingt noch mal etwa 2 l klaren Tee oder Wasser.
- Gehen Sie vor der Untersuchung bewusst mehrfach auf Toilette und versuchen Sie, auch das Poolwasser komplett los zu werden.
- Waschen Sie den Analbereich mit handwarmem Wasser und ggf. nicht parfümierter Seife, Tupfen Sie sich sanft mit einem weichen Handtuch ab. Cremen Sie den Analbereich auf keinen Fall ein; die Salbe verschmutzt die Optik des Endoskopes und schränkt die Sicht massiv ein !!!
- Bringen Sie uns Ihren vollständigen Medikamentenplan mit. Blutverdünnende Wirkstoffe müssen (auf jeden Fall bei der Darmspiegelung mit möglicher Polypabtragung) ausreichend lang pausiert werden (Ziel – Quick > 50 %, Ziel-INR < 1,5). Fragen Sie bitte Ihre Ärzte (Hausarzt, Kardiologe oder Neurologe), ob Sie das dürfen. Falls Sie mit Heparinspritzen eine Überbrückung durchführen sollen, dürfen Sie am Untersuchung Tag selbst nichts spritzen.
- Nehmen Sie sich am Untersuchungstag selbst nichts vor. Essen Sie nach der Untersuchung etwas leichtes. Schonen Sie sich körperlich.
- Sollten Polypen abgetragen worden sein, schonen Sie sich bitte 3 Tage (keinen Sport treiben, nicht schwer heben).
- Merken Sie sich gegebenfalls empfohlene endoskopische Kontrolltermine.
Polypenabtragung
Polypen sind Gewebeneubildungen der Magen- o. Darmschleimhaut u. können flach o. gestielt wachsen (sehen dann wie ein Pilz aus).
Im Falle einer Vorsorgedarmspiegelung (Coloskopie) erwarten wir in mindestens 20 % der Fälle (umso älter Sie sind, desto häufiger ist statistisch damit zu rechnen) Polypen.
Alle Arten von Polypen können mit jeweils speziellen Methoden während einer Endoskopie abgetragen werden. Gelegentlich müssen wir, z.B. bei vielen Polypen, die Abtragung in zwei oder mehreren Sitzungen durchführen. Sehr große oder ungünstig gelegenen Polypen können zwar auch zumeist endoskopisch vollständig abgetragen werden. Aufgrund eines größeren Blutungsrisikos planen wir solches mit Ihnen zur Sicherheit allerdings in einer weiteren Sitzung unter kurzstationären Bedingungen.
Mögliche Risiken und Komplikationen:
Sehr selten kommt es zu einer Blutung aus der Abtragungsstelle, die in aller Regel unkompliziert durch verschiedene Blutstillungsarten beherrscht werden können. Blutungen oder gar eine Darmverletzung, ggf. mit der Notwendigkeit einer Operation, sind sehr selten und treten statistisch im Promillbereich auf.
Vorteile der Methode:
Diagnostik u. Therapie finden in einem Untersuchungsgang statt. Selbst wenn in einem Polypen erste Tumorzellen entstanden sind, besteht hiermit zumeist eine vollständige Therapie (ganz selten ist eine ergänzende Operation erforderlich).
Nachteile der Methode:
Mögliche ernsthafte Komplikation wie Verletzungen der Darmwand, die operativ behoben werden müssen, steigen.
Kapselendoskopie
Dünndarmuntersuchung mit einer Kamerakapsel
Die Kapsel ist so klein, dass sie problemlos mit einem Schluck Wasser herunter geschluckt werden kann. Sie enthält eine Kamera (moderne sogar 2), die während der Passage durch den gesamten Magen – Darm – Trakt die Schleimhaut filmt u. die Bilder an ein Gerät, das an einem Gürtel am Körper getragen werden muss, gefunkt wird. Nach Ausscheiden der Kapsel (dabei geht diese verloren, was die Methode so teuer macht …) untersucht der Arzt in Echtzeit den so entstandenen Film (was im schlimmsten Fall so lange dauert wie die Passage der Kapsel durch den Darm, also Stunden).
Vorteile der Methode:
nicht eingreifende Untersuchung.
Nachteile der Methode:
Die Untersuchung ist teuer (ca. 1000 €), wird nur für eine einzige Indikation (Nachweis einer Blutung des Magen – Darm – Traktes u. unauffällige Magen – sowie Darmspiegelung, diese Untersuchungen müssen immer durchgeführt sein). Im Falle einer (z.B. tumorbedingten) Engstelle könnte die Kapsel dort hängen bleiben u. müsste operativ entfernt werden.
Endosonographie
Der Untersuchungsablauf ist technisch identisch mit dem einer Magenspiegelung. Mit der Untersuchungsmethode einer Magenspiegelung, wobei sich allerdings an der Gerätespitze ein Ultraschallkopf befindet, kann durch die Speiseröhre o. Magen hindurch das umgebende Gewebe sonographisch untersucht werden. Etabliert ist dies Methode v.a. bei Tumore des oberen Magen – Darm – Traktes (also Speiseröhre, Magen aber auch Bauchspeicheldrüse). Indikationen bestehen auch zur Klärung eines Galleabflusshindernisses (Steine, Tumor o. Entzündung). Die Untersuchung wird in einer Schlafbetäubung durchgeführt, weil sie länger als eine Magenspiegelung dauern kann.
Eine ganz ähnliche Untersuchung gibt es auch für den unteren Darm (Enddarmbereich), hier zur Klärung der Ausdehnung von Tumore in die Tiefe u. das umgebende Gewebe.
Vorteile der Methode:
Im Vergleich zur Ultraschalluntersuchung von außen erreicht man hiermit auch sonst unzugängliche Regionen u. kann diese idR deutlich höher auflösend untersuchen. Auch im Vergleich mit radiologischen Untersuchungsmethoden (CT o. MRT) ist die Ortsauflösung mit der Endosonographie häufig noch besser. Einschränkungen der Sonographie wie z.B. Adipositas entfallen hier.
Nachteile der Methode:
Die Untersuchung ist wie die Magenspiegelung entsprechend eingreifend u. wird – auch wg. der deutlich längeren Untersuchungszeiten – in Schlafbetäubung durchgeführt, der Patient muss also nüchtern sein. Im Übrigen gelten die gleichen Einschränkungen wie für die Sonographie an sich: Luft o. Knochen ist nicht durchschallbar u. im Falle einer (z.B. tumorbedingten) Engstelle kann manchmal das Endoskop nicht weit genug vorgeschoben werden.
ReCall Register
Im Falle eines auffälligen sonographischen oder endoskopischen Befundes (zum Beispiel im Falle einer relevanten Lebererkrankung oder bei Polypen im Darm oder Barrettschleimhaut in der Speiseröhre bei der Magenspiegelung) sind oft (ggf. sogar lebenslang) Kontrolluntersuchungen zu empfehlen.
Auf Wunsch (und aufgrund von Datenschutzbestimmungen nur nach Ihrem ausdrücklichen und schriftlichen Einverständnis) erinnern wir Sie gerne.